Der Televisionär

Forschungskonferenz zum 90. Geburtstag von Wolfgang Menge

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Konzeption

Am 10. April 2014 wäre der Autor und Fernsehpionier Wolfgang Menge 90 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass laden das Cologne Game Lab und die ifs internationale filmschule köln zu einer eintägigen Forschungskonferenz ein.

Wolfgang Menge verband in seinem Werk recherchierende Weit- und Hellsicht mit künstlerischer Imagination: als Journalist und Romanautor, als Verfasser von Sach- und Kochbüchern, als Hörspielautor und Dramatiker, als Autor von Drehbüchern für Kinofilme, Fernsehspiele und Fernsehserien sowie als Talkshow-Host. Die Konferenz bringt wissenschaftliche Experten und künstlerische Weggefährten zusammen und präsentiert Wolfgang Menge als transmedialen Autor avant la lettre. Strategisch geht es darum, sein im historischen Kontext bahnbrechendes Werk akademisch sichtbarer zu machen, als es bislang ist. Die Teilnehmer der Konferenz betrachten die gesamte Bandbreite von Menges Schaffen, im Print als Journalist, Sachbuch- und Romanautor, im Theater und Radio als Dramatiker, in Film und Fernsehen als Drehbuchautor von Spielfilmen, Fernsehspielen und Fernsehserien sowie als Talkshow-Host und als Erfinder von gänzlich neuen Formaten.

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Programm

Vormittag

  • 10:00-10:30 Uhr: Eröffnung Petra Müller, Simone Stewens, Prof. Dr. Lisa Gotto, Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth
  • 10:30-11:15 Uhr: »Wolfgangs Werk, Menges Mythen. Fragmente einer bundesdeutschen Medienbiographie« (Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth)
  • 11:15–11:45 Uhr: Günter Rohrbach im Gespräch mit Lisa Gotto & Gundolf S. Freyermuth
  • 11:45-12:00 Uhr: Kaffeepause
  • 12:00-12:45 Uhr: »Wolfgang Menge in seinen Büchern« (Prof. Dr. Barbara Naumann)
  • 12:45-13:15 Uhr: Gisela Marx im Gespräch mit Stefan Münker & Gundolf S. Freyermuth
  • 13:15-14:15 Mittagspause

Nachmittag

  • 14:15-15:00 Uhr: »›Rednaxela dnu Nairda‹ – Anmerkungen zu Wolfgang Menges Hörfunkanfängen« (Prof. Dr. Wolfgang Hagen)
  • 15:00-15:45 Uhr: »Was der Fall sein könnte. Wolfgang Menges spekulative Fernsehspiele« (Prof. Dr. Lisa Gotto)
  • 15:45-16:00 Uhr: Kaffeepause
  • 16:00-16:30 Uhr: Gunther Witte im Gespräch mit Lisa Gotto & Wolfgang Hagen
  • 16:30-17:15 Uhr: »Subversion durch Transparenz. Wolfgang Menge als Talkmaster« (PD Dr. habil. Stefan Münker)
  • 17:15-17:30 Kaffeepause
  • 17:30-18:15 Uhr: »Experimentelle Television« (Prof. Dr. Lorenz Engell)
  • 18:15-18:45 Uhr: Get together

Abend

  • 18:45-19:30 Uhr: Abschlusspanel mit Prof. Dr. Lorenz Engell, Jakob Menge, Prof. Dr. Barbara Naumann, Prof. Dr. Günter Rohrbach, Gunther Witte; Moderation: Prof. Dr. Lisa Gotto und Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth

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Vortragende

  • Prof. Dr. Lorenz Engell, Film- und Fernsehwissenschaftler, Professor für Medienphilosophie an der Bauhaus-Universität Weimar, Direktor des Internationalen Kollegs für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie (Käte Hamburger Kolleg – IKKM, zusammen mit Prof. Dr. Bernhard Siegert) der Bauhaus-Universität, Veröffentlichungen (Auswahl):  »Fernsehtheorie zur Einführung« (Hamburg: Junius, 2012), »Playtime. Münchener Film-Vorlesungen« (Konstanz: UVK, 2010), »Bilder der Endlichkeit« (Weimar: VDG, 2005), »Bilder des Wandels« (Weimar: VDG, 2003), Mitherausgeber u.a. der Reihe »Film Denken« (seit 2013), der »Zeitschrift für Medien- und Kulturforschung« (ZMK, seit 2009), des »Archiv für Mediengeschichte« (2000-2010) und des »Kursbuch Medienkultur« (München: DVA, 1998).
  • Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth ist Direktor des Cologne Game Lab der TH Köln und Professor für Media and Game Studies. Von 2004-2014 war er Professor für Angewandte Medienwissenschaften an der ifs internationale filmschule köln, für die er weiterhin nebenberuflich die medienwissenschaftliche Lehre leistet. Er ist Ko-Herausgeber der Schriftenreihe »Bild und Bit. Studien zur digitalen Medienkultur«, publizierte Romane, Sachbücher, Essays, Reportagen, Hörspiele, Radiofeatures, schrieb Drehbücher für Spiel- und Dokumentarfilme und führte Regie. Seine Forschungsschwerpunkte sind digitale Audiovisualität, insbesondere Film und Games, sowie Transmedialität und Netzwerkkultur.
  • Prof. Dr. Lisa Gotto ist Professorin für Filmgeschichte und Filmanalyse an der ifs internationale filmschule köln. Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Bauhaus-Universität Weimar und der Hochschule für Fernsehen und Film München, Akademische Rätin an der Universität Regensburg, Vertretungsprofessorin an der Universität Mannheim und Gastprofessorin an der Leuphana-Universität Lüneburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Geschichte und Theorie des Films, Bildästhetik sowie digitale Medienkultur.
  • Prof. Dr. Wolfgang Hagen, Professor für Medienwissenschaft in Lüneburg. Zuvor Leiter der Kultur- und Musikabteilungen im Deutschlandradio Kultur sowie Leiter der Medienforschung des Deutschlandradios. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte und Theorie des Computers, des Radios, der digitalen Bildlichkeit und der Medien: Das Radiobuch. Zur Theorie und Geschichte des Hörfunks Deutschland/USA (München: Fink, 2005); »Medienvergessenheit. Über Gedächtnis und Erinnerung in massenmedial orientierten Netzwerken«, in: Dimbath, Oliver / Wehling, Peter (Hg.): Soziologie des Vergessens. Theoretische Zugänge und empirische Forschungsfelder (Konstanz: UVK, 2011), S. 243-274. Homepage: www.whagen.dewww.leuphana.de/wolfgang-hagen
  • PD Dr. habil. Stefan Münker ist Privatdozent am Institut für Musik- und Medienwissenschaft der Humboldt Universität Berlin und Mitarbeiter eines großen deutschen Medienunternehmens. Im WS 2012/13 ist Münker Fellow am Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung (IZKT) der Universität Stuttgart. Publikationen (Auswahl): Emergenz digitaler Öffentlichkeiten. Die Sozialen Medien des Web 2.0 (Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2009), Philosophie nach dem Medial Turn. Beiträge zur Theorie der Mediengesellschaft (Bielefeld: transcript, 2009), Was ist ein Medium? (hg. mit Alexander Roesler, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2012).
  • Prof. Dr. Barbara Naumann ist seit 2000 Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Zürich; dort auch 2006-2009 Leiterin des Seminars für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (= Comparative Literature). 1998-2000 Professorin für Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Hamburg; 2002 Gastprofessur an der Universität Wien (Erasmus); 1994 Gastprofessur an der University of California, Berkeley. Herausgeberin der Zeitschrift »figurationen«. Forschungsschwerpunkte: Literatur und andere Künste, Intermedialität in Europäischen Literaturen und bildender Kunst (dt., engl, frz.). Publikationen (Auswahl): »Bilderdämmerung. Bildkritik im Roman« (Basel: Schwabe, 2012), »Philosophie und Poetik des Symbols. Cassirer und Goethe« (München: Fink 1998), Hg. (mit Margrit Wyder): »Ein Unendliches in Bewegung. Das Ensemble der Künste im Wechselspiel mit der Literatur bei Goethe« (Bielfeld: Aisthesis, 2012)

Weggefährten

  • Gisela Marx ist Journalistin und Gründerin der filmpool Film- und Fernsehproduktion. Sie studierte Geschichte, Romanistik und Philosophie an der Universität Köln. In den 1980er Jahren moderierte sie gemeinsam mit Wolfgang Menge die SFB-Fernseh-Talkshow »Leute«. Als Produzentin zeichnet sie für mehrere  Fernsehspiele wie z.B. »Negerküsse« und »Spreebogen« sowie die Serie »Motzki« von Wolfgang Menge verantwortlich. Sie ist Autorin und Regisseurin zahlreicher Fernsehdokumentationen zum Thema Entwicklungspolitik. Seit 1999 sitzt sie in der Jury des Bayerischen Fernsehpreises, von 2003 bis 2004 war sie stellvertretende Juryvorsitzende des Deutschen Fernsehpreises. Derzeit ist Gisela Marx als Medienberaterin tätig.
  • Prof. Dr. Günter Rohrbach studierte Germanistik, Philosophie und Psychologie  und promovierte 1957 über Grimmelshausen. Anschließend arbeitete er vor allem als freier Filmkritiker, u.a. für die Zeitschrift »FILMKRITIK. 1961 kam er zum WDR und wurde dort vier Jahre später Fernsehspielchef und Mitte der siebziger Jahre auch Unterhaltungschef. In dieser Zeit verantwortete er Hunderte von Fernsehspielen u.a. auch die mit Wolfgang Menge. 1979 wurde er Geschäftsführer der Bavaria Film und produzierte dort u.a. Fassbinders »Berlin Alexanderplatz« , »Das Boot«, »Schtonk«, die Schimanski-Filme, die Loriot-Filme. Danach war er als freier Filmproduzent tätig, so für »Die Apothekerin«, »Aimee & Jaguar«, »Die weiße Massai«, »Anonyma«. Er war Mitbegründer der Deutschen Filmakademie und zusammen mit Senta Berger ihr erster Präsident. Rohrbach erhielt zahlreiche Auszeichnungen , so den Deutschen Filmpreis (mehrfach) den Bayerischen Filmpreis (mehrfach), den Filmpreis der Stadt München,  mehrere Oscar-Nominierungen.
  • Gunther Witte arbeitete nach dem Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft zunächst als Theaterdramaturg, bis er 1962 zum Fernsehen wechselte. Von 1979 bis zu seiner Pensionierung 1998 war er Fernsehspiel-Chef des Westdeutschen Rundfunks. In seiner Verantwortung entstanden zahlreiche Projekte, die Fernseh- und Kinogeschichte geschrieben haben, darunter »Die Dubrowkrise« (Autor: Wolfgang Menge, Regie: Eberhardt Itzenplitz), Fassbinders »Berlin Alexanderplatz« und die Heinrich-Böll-Verfilmung »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« (Regie: Volker Schlöndorff). Er ist Erfinder der ARD-Krimi-Reihe »Tatort«. 2001 wurde Gunther Witte mit der »Besonderen Ehrung des Adolf-Grimme-Preises« für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Er ist Ehrenmitglied der Deutschen Filmakademie und Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.

Veranstaltungsort

Ubierring 40 // 50678 Köln

Raum 11

Anmeldung

Teilnahme nach vorheriger Anmeldung per E-Mail.